Erich

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Lebensbilder von der Straße

Erich

* 1947 in Bottrop geboren

Ich bediene leidenschaftlich gerne. Anfang der sechziger Jahre habe ich Kellner im Forsthaus Specht gelernt. Ich war Ober im Overbeckshof im Bottroper Stadtgarten, im Erste-Klasse-Restaurant im Essener Hauptbahnhof und im Haus Hubertus am Ostfriedhof in Gladbeck. Später war ich eine Zeit lang Revisor bei Siemens und 13 Jahre lang Umzugshelfer. Dann wurde meine Freundin schwer krank, und ich musste aufhören. Als wir uns trennten, bin ich zu meiner Mutter gezogen. Mein Vater war gerade gestorben und meine 13 Geschwister waren fast alle ausgezogen. Nach drei Jahren starb auch meine Mutter, wir mussten raus und ich bin für fünf Jahre zu meiner Schwester gezogen. Danach habe ich nur noch in Wohnungen der Kirche gelebt. Seit 20 Jahren bin ich arbeitslos, aber seit 15 Jahren arbeite ich ehrenamtlich in der Suppenküche Kolüsch. Jeden Winter bin ich dort „Mädchen für alles“. Am liebsten kellnere ich natürlich. Das ist sehr stressig, macht mir aber großen Spaß. Ich habe alle Kolüsch-Speisekarten seit 1997 gesammelt und an meiner Zimmerwand aufgehängt. 2007 haben mich die WAZ-Leser für mein Engagement in der Suppenküche zum „Helden im Alltag“ gewählt. Darauf bin ich sehr stolz.

 

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