Kay

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Lebensbilder von der Straße

Kay

* 1971 in Bottrop geboren

Meine Mutter konnte meinen Bruder und mich nicht leiden. Meine drei Schwestern waren ihre Prinzessinnen. So war ich meistens bei Oma, lernte kochen und haushalten. Mit 14 bin ich für ein halbes Jahr von zuhause abgehauen, weil ich es nicht mehr aushielt. Ich wollte ins Heim – weg von Mutter und Stiefvater. Doch daraus wurde nichts. Weil ich auf der Arbeit kiffte, flog ich während meiner Lehre zum Berg- und Maschinenmann nach vier Monaten raus. Mit meinem Vater machte dann ich jahrelang privat Renovierarbeiten. Bis ich mit 26 Jahren mit Heroin anfing. Ziemlich spät, dann aber so richtig. Mein Vater nahm mich daraufhin nicht mehr mit. Fünf Jahre lang hatte ich keine eigene Wohnung, lebte bei Freunden oder im Knast. Seit kurzem habe ich wieder eine eigene Wohnung und bin im Methadonprogramm. Ich lasse mich runterdosieren. In drei Monaten bin ich weg von dem Teufelszeug. Ich will wieder „auf Schalke“. Wie früher. Am liebsten möchte ich die Zeit zurückdrehen und alles anders machen.

 

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