Klaus

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Lebensbilder von der Straße

Klaus

* 1969 in Bottrop geboren

Seit meiner Geburt ist mein rech ter Arm spastisch gelähmt. Meine Mitschüler hänselten mich deswegen und gaben mir den Spitznamen „Kralle“. Nach der Fachoberschulreife machte ich eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner. Doch ein Bandscheibenvorfall beendete meine Lehre vorzeitig. Zu der Zeit starb mein Vater. Meine Mutter hatte einen Schlaganfall und musste ins Pflegeheim. Auf einmal war ich allein in der Wohnung. Ich experimentierte mit Drogen: Erst griff ich zu Marihuana und Tabletten, später auch zu härteren Drogen. Das Drei-Familienhaus meiner Eltern habe ich heruntergewirtschaftet. Am Ende wurde es versteigert, um die Pflegeeinrichtung meiner Mutter zu finanzieren. Nach einem dreimonatigen Ausflug in die Schweiz kehrte ich pleite zurück. Meine Wohnung war geräumt. Ich schlief heimlich in einem evangelischen Jugendhaus, bis ich entdeckt wurde. Ich kam in eine Wohngruppe für Obdachlose und machte eine ABM beim Grünflächenamt. Meine Freundin verließ mich wegen der Drogen. Ich fiel in ein Loch und ließ mich gehen. Immer öfter hatte ich Ärger mit der Polizei. Jetzt muss ich für drei Monate in Haft. Mein Hund Nicki ist der einzige im Leben, der mir etwas bedeutet. Ein Freund wird auf ihn solange aufpassen.

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